Damit's noch schöner klingt: Eine Zwillings-Orgel für den Dom

Zwillings-Orgeln sollen es nun werden: Die Chormusik am Dom soll mit gleich zwei Instrumenten bedacht werden. Kleiner als geplant und engelsgleich. Verworfen ist die Idee, ein großes Instrument nahe am Leuchter aufzustellen. So ist auch die große Attrappe zu Demonstrationszwecken im Dom inzwischen abgebaut.

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Seitenansicht der geplanten Zwillings-Orgeln: Sie sollen wie eine Schwinge wirken.

Das Modell in ursprünglich geplanter Originalgröße hatte deutlich vor Augen geführt: zu ausladend, zu wuchtig. Die Zusatzorgel hätte dem Siebenarmigen Leuchter den Rang abgelaufen. „Das Modell hat uns gezeigt: So geht es nicht“, berichtet Martina Krug, Vorsitzende des Fördervereins zur kirchenmusikalischen Arbeit am Dom, von den Ergebnissen der Findungskommission.

Die Zwillingsvariante stößt offenbar auf breitere Zustimmung. Wie Martina Krug betont, sowohl bei der Denkmalpflege als auch bei Experten für Romanik wie etwa Professor Norbert Nußbaum von der Uni Köln. Der sei gebeten worden, seine Meinung zu dem Projekt zu sagen und habe betont, der Dom sei viel zu leer verglichen mit der Zeit seiner Anfänge. Die Steine der Mauern seien unverrückbar, die Einrichtung aber dürfe je nach Zeitgeschmack durchaus variieren. Die Zwillings-Orgel könnte den Leuchter förmlich umarmen.

Die Instrumente sollen rechts und links hinter dem Siebenarmigen Leuchter stehen, sind jedoch von einem Spielpult zu bedienen, das davor steht. „Damit wäre die Feinabstimmung zwischen Chor und Orgel perfekt“, so Martina Krug. Der Organist hätte beste Sicht auf die Chöre – gerade für die Arbeit mit Kindern unerlässlich.

Zum Hintergrund: Der Förderverein setzt sich seit einiger Zeit intensiv dafür ein, zusätzlich zur großen Schuke-Orgel auch eine Chororgel zu installieren.

Der Verein hat bereits 120 000 Euro an Spendengeldern zusammengebracht. Kirchensteuern sollen für das Projekt nicht eingesetzt werden. „Das Instrument ist unter anderem nötig, um die musikalische Qualität von Chorkonzerten zu steigern“, so die Vorsitzende des Fördervereins.

Im Zuge der Debatte stellte sich heraus, dass zur sinnvollsten Lösung vieles zu bedenken ist: der Denkmalschutz, die Bedürfnisse des Gottesdiensts sowie der Kirchenmusik – und natürlich die Akustik. „Alles unter einen Hut zu bringen ist gar nicht so einfach“, betont Martina Krug.

Die Zwillings-Orgeln sollen von allen Seiten verkleidet werden. Da sie verhältnismäßig klein sind, würden sie auch nicht das Epitaph im Seitenschiff verdecken. Zusätzlich zu den neuen Chor-Orgeln soll auch der Eingang der Krypta neu gestaltet werden, berichtet Martina Krug. Die – kaum genutzte – Treppe zum Übergang zur Burg Dankwarderode könnte in diesem Zusammenhang möglicherweise abgebaut werden. „Ich empfinde sie als recht unharmonisch“, meint Martina Krug.

Auch Dompredigerin Cornelia Götz hatte im BZ-Interview Ende vergangenen Jahres keinen Hehl daraus gemacht, dass sie gut auf die Treppe verzichten könne.

Der Übergang zur Burg ist fast immer verschlossen, da dort – anders als im Dom – Eintritt erhoben wird.

Online-Artikel der Braunschweiger Zeitung von Ann Claire Richter am 14.02.2018. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

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