Der Braunschweiger Dom erhält seine zweite Orgel

Die Verantwortlichen des Braunschweiger Domes und des Orgelbauvereins haben es tatsächlich geschafft – freilich mit fast unglaublicher Unterstützung der Braunschweiger Bevölkerung, eifriger Domgänger sowie Förderer und ehemaliger Aktiver der Domsingschule: Im Dezember und Anfang Januar sind ausreichend Spenden eingegangen, um den ersten Teil der so sehr gewünschten Zwillingsorgel, der dann zweiten Orgel im Dom St. Blasii, zu finanzieren. „Und die Spendenbereitschaft ist noch nicht abgeebbt“, berichtet Dompredigerin Cornelia Götz.

Martina Krug und Cornelia Götz
Dompredigerin Cornelia Götz (rechts) hält im Dom die Spendendosen-Pfeife in den Händen, während die Vorsitzende des Orgelbauvereins, Martina Krug, die Broschüre über die Zwillingsorgel zeigt.

Die aus zwei optisch gleichen Teilen bestehende künftige Chororgel wird rechts und links zwischen den Säulen des Hohen Chores stehen, eine zwischen den südlichen, eine zwischen den nördlichen Säulen. Mit diesem Instrument soll speziell der Gesang der verschiedenen Chöre der Domsingschule in der Kirche unterstützt werden und dabei auch den Besuchern ein unvergessliches Klangerlebnis beschert werden.

480.000 Euro wurden benötigt, um die Finanzierung des ersten Teils der Orgel samt digitalem Spieltisch sicher zu stellen, wir berichteten. Diese südliche Orgel wäre auch schon ohne den zweiten Teil voll funktionsfähig.

Die Verantwortlichen beim Dom um Cornelia Götz und Martina Krug, Vorsitzende des extra gegründeten Orgelbauvereins, hatten gehofft, das Geld für den ersten Teil der Orgel bis Anfang 2020 zusammenzubekommen, um frühzeitig im Jahr dem Orgelbaumeister Tilmann Späth aus Freiburg grünes Licht zu geben. Doch eine Woche vor dem Weihnachtsfest fehlten dazu noch 115.000 Euro auf den beiden Konten des Orgelbauvereins.

Aber dann ging alles ganz schnell: Um das Fest herum stieg die Zahl der Geldspenden sprunghaft an. „Wir konnten es selbst kaum glauben“, erklärt Martina Krug, die auch Vorsitzende der Fördergesellschaft der Domsingschule ist. Spenden ab 10 und teilweise sogar bis zu 10.000 Euro gingen zuhauf ein, stündlich stieg die Summe. Auch die verbeulte Metallpfeife, die als Spendengefäß im Eingangsbereich des Doms aufgestellt ist, wurde von Besuchern regelmäßig gefüllt.

„Wir sagen Danke an alle, die sich beteiligt haben und noch beteiligen und damit helfen, das große Ziel zu erreichen“, sagt Cornelia Götz. Mitte Januar hat der Domstiftungsvorstand aus der Landeskirche den Orgelbauer verbindlich beauftragt. Götz: „Was uns aber genauso erstaunt und erfreut hat, ist, dass das Spendenaufkommen in unseren Kollekten, etwa für Brot für die Welt, Diakonisches Werk oder die Palästinenser, in der Weihnachtszeit ebenfalls sprunghaft gestiegen ist, viel mehr als in den Vorjahren.“

Der Zeitplan sieht nun vor, dass der erste Teil der Zwillingsorgel im Sommer 2023 in Betrieb genommen werden kann. Weil aber immer noch gespendet wird und bereits mehr als 18.000 Euro für den zweiten Orgelteil eingegangen sind, hoffen Götz, Krug und ihre Mitstreiter, eventuell sogar schneller als erwartet auch den zweiten, rund 370.000 Euro teuren Orgelteil in Auftrag geben zu können, damit in drei Jahren vielleicht sogar die komplette Zwillingsorgel gespielt werden kann. Aktionen wie ein Benefizkonzert, sind jedenfalls schon in Planung.

Online-Artikel der Braunschweiger Zeitung von Karsten Mentasti am 28.01.2020. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

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